Neurovaskuläre Kopplung bei intrakranieller Hypertension (NEUVIKH)

(G. Royl, M. Knauth)

Bei neuronaler Aktivierung kommt es zu einer lokalen Zunahme des Blutflusses. Dies wird als neurovaskuläre Kopplung bezeichnet. Dieses Projekt soll der Beantwortung der Frage dienen, ob ein erhöhter intrakranieller Druck (ICP) die neurovaskuläre Kopplung beeinflusst. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Effekt auf die Abnahme der lokalen Gewebekonzentration des deoxygenierten Hämoglobins (deoxy-Hb) bei neuronaler Aktivierung. Diese stellt die Grundlage des „brain mapping“ mit BOLD-fMRT dar. Im Tiermodell ist diese deoxy-Abnahme durch eine ICP-Erhöhung modifiziert [1]. Mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) soll der Effekt einer pathologischen ICP-Erhöhung bei Patienten mit erhöhtem ICP untersucht werden. Lässt sich auch hier eine ICP-abhängige Modifikation des funktionellen deoxy-Hb-Signals zeigen, so würde das helfen , die physiologischen Mechanismen der neurovaskulären Kopplung besser zu verstehen. Ein solcher Befund hätte möglicherweise auch Relevanz für die Validität der fMRT bei Patienten mit z.B. zerebralen Raumforderungen.

1 Füchtemeier M, Leithner C, Offenhauser N, Foddis M, Kohl-Bareis M, Dirnagl U, Lindauer U, Royl G.
Elevating intracranial pressure reverses the decrease in deoxygenated hemoglobin and abolishes the post-stimulus overshoot upon somatosensory activation in rats. Neuroimage 2010; 52: 445–454