Antineuronale Antikörper beim akuten ischämischen Schlaganfall (AKAIS)

(G. Royl, J. Fokou, D. De Gaspero-Hoops)

Der ischämische Schlaganfall führt zu einer Immunodepression, mit erhöhter Suszeptibilität für schwere Pneumonien. Möglicherweise hat diese Abschwächung der Immunabwehr aber auch einen günstigen Effekt, indem sie Autoimmunprozesse verhindert, die durch die Blut-Hirn-Schranke hervorgerufen werden können. Antineuronale Antikörper können als Resultat einer solchen autoaggressiven Stimulation des Immunsystems zu schwerwiegenden, z.T. persistierenden neurologischen Defiziten führen. Dies hat sich in den letzten Jahren vor allem bei malignen Tumorerkrankungen gezeigt, die öfter als früher angenommen zu paraneoplastischen Gehirnerkrankungen führen. Die vorliegende Studie soll untersuchen, ob Patienten mit ischämischem Hirninfarkt antineuronale Antikörper generieren und ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Antikörpern und bestimmten Patientencharakteristika wie Infarktgröße, klinischem Outcome, Rehapotential und besonderer Konstellationen wie Epilepsie und Delir gibt. Als Vergleichs- und Kontrollgruppe sollen Patienten mit spontaner intrazerebraler Blutung, Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und gesunde Kontrollprobanden untersucht werden. Es handelt sich um eine prospektive analytische Beobachtungsstudie.

Das Projekt ist Teil des Marie Curie Initial Training Network nEUROinflammation, das durch das siebte Rahmenprogramm der EU (FP7) gefördert wird. Kooperationspartner: Prof. Markus Schwaninger (Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Lübeck), Prof. Klaus-Peter Wandinger (Klinik für Neurologie, UKSH, Campus Lübeck), Euroimmun AG